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„Trotz Coronakrise konnten wir im ersten Halbjahr 2020 auf Kurs bleiben"

Ein Gespräch mit Armin Hermann, Leiter des Bereichs Finanzen bei der DKB, über das Geschäftsergebnis im ersten Halbjahr 2020
Wie geht es der DKB?

„Angesichts der Tatsache, dass wir im zweiten Quartal 2020 die tiefste Rezession seit Jahrzehnten in Deutschland hatten, steht die DKB wirtschaftlich gut da und setzt weiterhin strategisch auf Wachstum. Trotz Pandemie konnten wir unsere Halbjahresziele erreichen und sind für die Zukunft gut aufgestellt.“

Welche Auswirkung hatte Corona im ersten Halbjahr 2020 auf das Geschäftsergebnis der DKB?

„Es gibt unterschiedliche Effekte: Das Gesamtergebnis vor Steuern liegt mit 118 Millionen Euro vollkommen im Rahmen unserer Erwartungen. Trotz Coronakrise konnten wir im ersten Halbjahr 2020 auf Kurs bleiben. Sowohl im Geschäftskunden-, also auch im Privatkundengeschäft sind wir weiter gewachsen. Trotz der enormen Coronaauswirkungen auf die Konjunktur, fragen unsere Kund*innen unsere Finanzprodukte weiterhin nach.

 

Im Provisionsergebnis gibt es gemischte Entwicklungen: Zum einen haben die Kund*innen die Schwankungen an der Börse genutzt, um zu investieren. Das hat natürlich einen positiven Effekt auf unsere Broker-Aktivitäten und damit die Provisionen. Im Kredit­kartenbereich hingegen zeigen sich durch den Lockdown auch negative Effekte: Es gab weniger Transaktionen, weniger Reisen, weniger Shopping. Deshalb ist das Provisionsergebnis hier etwas hinter unseren Erwartungen, insgesamt aber im Kontext der Situation absolut im Rahmen.

 

Im Kreditgeschäft sehen wir derzeit noch keine großen negativen Auswirkungen, die sich auf die Risikovorsorge auswirken. Trotzdem haben wir einiges an Vorsorge gebildet. Das führt glücklicherweise aber nicht zu einem deutlich negativen Risikoergebnis. Euphorie ist dennoch nicht angebracht – es bleibt abzuwarten, wie sich der Verlauf der Pandemie und der Markt weiterentwickeln.“

Wie sieht diese Vorsorge konkret aus?

„Wir befinden uns in einer unsicheren Zeit und manche Effekte werden erst zeitverzögert eintreten. Deshalb ist es sinnvoll, neben dem, was wir in unseren Risikomodellen sehen, zu überlegen, welche Szenarien mit negativen Folgen möglich wären und wie wahrscheinlich sie eintreten. Diese Gedanken haben wir uns gemacht, für die Szenarien entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen und eine entsprechende Risikovorsorge gebildet.“

 

Weitere Details zu der gebildeten Risikovorsorge zeigt der DKB-Halbjahresfinanzbericht.

Welchen Effekt wird Corona im zweiten Halbjahr 2020 auf das Geschäftsergebnis der DKB haben?

„Wir sind uns sicher, dass unser Geschäftsmodell auch im zweiten Halbjahr 2020 und natürlich auch darüber hinaus belastbar ist. Wir setzen weitestgehend auf Zukunftsbranchen, die konjunkturresistent sind, da sie im Kern Leistungen bereitstellen, die jede*r zum Leben benötigt, zum Beispiel Energie, Wohnraum, Schulen, Pflege und Ernährung. Aktuell gehen wir davon aus und sehen es auch an der Marktentwicklung, dass diese Branchen wirtschaftlich nicht so stark von Corona betroffen sind wie andere.“

Die DKB hat sich unter anderem vorgenommen bis 2023 8 Mio. Privatkund*innen zu haben. Sie plant rund 400 Mio. Euro in Digitalisierungsprojekte zu investieren. Hat Corona daran etwas geändert?

„Absolut nicht. Wir sind weiterhin auf Kurs und investieren in unsere Zukunftsfähigkeit. Das geplante Kundenwachstum ist aber auch nur ein Bestandteil der Gesamtstrategie der DKB. Corona hat letztendlich gezeigt, dass Investitionen in Digitalisierung jetzt noch notwendiger sind denn je. In Bezug auf die Kosten muss die Schere aber aufgehen: Die Kostenseite soll nicht linear mitwachsen. Der Plan ist, in den nächsten Jahren Anfangsinvestitionen zu tätigen, mittel- bis langfristig aber weitaus mehr zufriedene Kund*innen bei gleicher Kostenbasis zu bedienen. Unsere Ziele sind nach wie vor die gleichen: Wir sind auf dem Weg zu einem Technologie­unternehmen mit sehr effizienten, skalierbaren Prozessen sowie den bestmöglichen Services und Produkten für unsere Kund*innen.“