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„Agilität darf nicht zum Buzzword verkommen"

Gespräch mit Melanie Hoberg, Change Managerin, und Robert Lüders, Scrum Master, über agiles Arbeiten bei der DKB
Was macht agiles Arbeiten aus?

Melanie Hoberg: „Der Begriff Agilität ist ja seit einigen Jahren in aller Munde und wird mit verschiedenen Aspekten der Arbeit in Verbindung gebracht. ‚Agile Organisation‘, ‚agile Führung‘ und ‚agile Methoden‘ sind nur einige von zahlreichen Beispielen dafür. Um von Agilität und agilen Arbeitsweisen zu profitieren, ist ein genaues Verständnis von der Umsetzung wichtig, um nicht als Buzzword zu verkommen. Agile Methoden, wie zum Beispiel Scrum und Design Thinking, folgen einem sehr disziplinierten Ablauf mit klaren Regeln. Ein wichtiges Merkmal dabei ist, dass sich das Ergebnis im Laufe des agilen Prozesses entwickelt und verändern kann. Beim agilen Arbeiten kommt es auf eine gute Abstimmung der Mitarbeitenden mit ihren unterschiedlichen Perspektiven an. Auch die Übernahme von bestimmten Rollen, im Gegensatz zu eher klassischen Stellen, ist ein agiles Merkmal. Insgesamt ist agiles Arbeiten eher dezentral gesteuert und der Großteil der operativen Entscheidungen wird im Team getroffen. Führung kommt in dem Zusammenhang eine eher befähigende und rahmengebende Rolle zu."

Wir haben Product Owner Sam bei der DKB Code Factory durch den Tag begleitet. Sie arbeitet agil und startet jeden Morgen mit einem Stand-up Meeting. Was ist das?

Robert Lüders: „Das ist eins von vier festen Meeting-Formaten, die wir bei Scrum, einer Art des agilen Arbeitens, haben. Beim Stand-up Meeting stellt sich das Team im Kreis auf und jeder sagt: Was habe ich gestern getan, um uns unserem Ziel näher zu bringen? Was habe ich heute vor? Wo werde ich behindert oder blockiert auf dem Weg zu unserem Ziel? Damit schaffen wir Transparenz. Im nächsten Schritt prüft das Team, ob es Abhängigkeiten gibt und passt Aufgaben eventuell an die Situation an. Neben dem Standup gibt es Sprint Planning, Sprint Review zur Bewertung der Ergebnisse und die Retrospektive, in der wir uns Feedback zur Zusammenarbeit geben. Ziel ist immer, nach kurzen Zeiträumen inne zu halten und zu prüfen, wo stehen wir gerade und was gehen wir als nächstes an. Diese vier Meetings gibt das Scrum Framework vor."

Was ist Scrum?

Robert Lüders: „Das ist die bekannteste Art des agilen Arbeitens, Alternativen sind beispielsweise Kanban oder DevOps. Bei Scrum haben wir einen gewissen Rahmen, also eine Struktur vorgegeben. Bei jedem Sprint, jedem Meeting, jeder Aufgabe gehen wir immer diese drei Schritte: Transparenz schaffen, inspizieren und anpassen."

Was genau ist deine Rolle als Scrum Master?

Robert Lüders: „Ein Scrum Master tut im Alltag all das, was notwendig ist, damit das Team erfolgreich sein kann. So kann das Team sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren. Der Scrum Master ist wie ein Coach, um im Team das Mindset für agiles Arbeiten zu verankern und dabei zu helfen, das jeweilige Framework einzuhalten. Im Kern ist die Aufgabe, das Team zu befähigen, selbstständig agil zu arbeiten."

Wo wird in der DKB schon agil gearbeitet?

Melanie Hoberg: „Das ist schon an einigen Stellen der Fall und es nimmt zu. Generell wird ja in Unternehmen gerade viel ausprobiert, in welchen Fällen sich agiles Arbeiten besonders gut eignet. Das ist auch bei uns so. Dabei reicht die Bandbreite in der DKB von größeren Einheiten und Projekten bis hin zu einzelnen Teams, die agil arbeiten. Manchmal werden aber auch nur einzelne agile Methodenaspekte genutzt, wie z. B. tägliche Stand-up Meetings (‚Dailys‘) und Kanbanboards. Das ist auch bei uns im Change Management im Bereich Human Relations der Fall. Wir arbeiten als Team selbstorganisiert, nutzen Kanbanboards und die von Robert erwähnten Reviews und Retros."

 

Wird agiles Arbeiten in der DKB zunehmen?

Melanie Hoberg: „Ja, davon ist auszugehen. Denn wir probieren es ja an verschiedenen Stellen aus und machen da häufig sehr gute Erfahrungen. Generell wird es aber vor allem darauf ankommen, noch crossfunktionaler zusammenzuarbeiten. Das passt auch zu dem Weg, den wir in der Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur gehen wollen. Wir werden also agiles Arbeiten weiterhin dort einsetzen, wo es sich als sinnvoll herausstellt."